Thule ist in Europa der bekannteste Dachträgerhersteller – und seit Jahren auch ein relevanter Spieler im Dachzelt-Markt. Die Stärke von Thule liegt weniger in spektakulären Einzelmodellen als in der Systemlogik: Träger, Zelt und Zubehör kommen aus einer Hand, passen nahtlos zusammen und sind für fast jedes Fahrzeug erhältlich. Was das konkret bedeutet, und für wen Thule die richtige Wahl ist.
Das Thule-Dachzelt-Lineup
Thule Foothill 2
Typ: Weichschale (Faltzelt) | Preis: 1.899,95 Euro Listenpreis nach Thules eigener Preisliste, Stand September 2026; im Handel ab 1.698,00 Euro (Geizhals, 04.09.2026) | Gewicht: 55,5 kg | Liegefläche: 213 × 119 cm | Statische Traglast: 300 kg
Das Foothill 2 ist das schmalste Modell in der Thule-Zelt-Linie – und gleichzeitig das meistverkaufte. Es ist ein Weichschalen-Faltzelt, kein Hartschalenmodell, auch wenn die flache Silhouette anderes vermuten lässt.
Sein Alleinstellungsmerkmal ist das Packmaß: zusammengeklappt nur 61 cm breit und 24 cm über dem Träger. Damit bleibt die halbe Dachfläche für Fahrräder, Kajak oder Dachbox frei. Beim Gewicht sollte man aber genau rechnen – Thule nennt 55,5 kg. Mit einem 13-kg-Träger sind das 68,5 kg; bei 75 kg Dachlast bleiben 6,5 kg fürs Bettzeug. Das ist rechnerisch drin, praktisch aber die Grenze.
Schwäche: Die 119 cm Breite sind für zwei Personen, die nebeneinander schlafen, eher eng. Für Alleinreisende und Paare, die’s kuschelig mögen – kein Problem.
Besondere Stärke: Das Foothill passt auch auf sportliche Fahrzeuge mit engen Platzverhältnissen auf dem Dach – Thule hat es offiziell für Modelle wie den Porsche 911 zugelassen.
Thule Approach
Typ: Faltzelt | Preis: 2.299,95 Euro (S), 2.799,95 Euro (M), 3.299,95 Euro (L) – Listenpreise von Thule, Stand September 2026; im Handel gibt es die Zelte teils ab rund 2.000 Euro | Gewicht: ca. 50–65 kg | Liegefläche: 132 × 240 cm (M) bis 145 × 240 cm (L)
Das Approach ist Thules Faltzelt-Angebot und kommt in drei Größen: S, M und L. Das M reicht komfortabel für zwei Personen, das L für zwei Erwachsene und Kinder. Aufbau: 5–10 Minuten. Die aktuellen M- und L-Varianten laufen bei Thule als „Approach 2”.
Verarbeitung auf typisch gutem Thule-Niveau: robuster Zeltstoff (3.000 mm Wassersäule), solide Bodenplatte, gute Matratze (6 cm Schaumstoff). Das Approach ist kein Testsieger in irgendeiner Kategorie, aber ein zuverlässiges, gut integriertes Mittelklasse-Faltzelt aus dem Thule-Ökosystem.
Thule Autana
Typ: Faltzelt | Preis: 2.999,95 Euro Listenpreis (Thule, Stand September 2026), dort aktuell für 2.399,96 Euro angeboten | Gewicht: ca. 52 kg | Liegefläche: 130 × 240 cm
Das Autana stammt aus der Tepui-Linie, die Thule übernommen hat – eine kanadische Dachzeltmarke mit solider Reputation im Overlanding-Bereich. Thule selbst führt es inzwischen ohne den Zusatz „Tepui” als Thule Autana. Im ADAC/TCS-Test wurde das Tepui Autana als einziges Zelt mit „hervorragend” bewertet.
Qualitativ ist es etwas hochwertiger als das Approach, besonders in der Verarbeitung der Nähte und der Matratzenqualität. Für alle, die ein gutes Faltzelt aus dem Thule-Ökosystem wollen und etwas mehr Budget haben.
Thule Outset
Typ: Anhängerkupplungs-Zelt | Preis: 3.399,95 Euro Listenpreis (Thule, Stand September 2026) | Gewicht: 70 kg nach Thules Produktangabe (Stand September 2026)
Das Outset ist eine Sonderlösung: kein klassisches Dachzelt, sondern ein Zelt, das über einen Träger an der Anhängerkupplung montiert wird. Das Gewicht kommt nicht aufs Dach, und das Auto kann auch mit montiertem Outset ganz normal genutzt werden – der Zeltteil hängt hinten am Fahrzeug.
Interessant für: Fahrzeuge ohne ausreichende Dachlast, alle die ihren Kofferraum uneingeschränkt nutzen wollen. Nachteil: Das Fahrzeug wird deutlich länger, und auf der Autobahn macht sich der Luftwiderstand stärker bemerkbar als bei einem flachen Dachzelt. Und 3.399,95 Euro Listenpreis ist viel für ein Einstiegszelt in einem Nischenkonzept.
Für wen ist Thule das Richtige?
Thule ist die sinnvolle Wahl für alle, die bereits einen Thule-Dachträger haben oder planen, einen zu kaufen. Die nahtlose Integration zwischen Träger und Zelt, das vollständige Zubehörsystem und die einfache Verfügbarkeit (Thule ist bei fast jedem Outdoor- und Autozubehörhändler erhältlich) sind echte Vorteile.
Wer nur das Zelt sucht und keinen Fokus auf Systemintegration legt, findet für vergleichbare Preise manchmal bessere Ausstattung bei spezialisierten Dachzelt-Herstellern. Zum Beispiel hat das horntools Themis für ähnliches Geld eine hochwertigere Matratze und schnelleren Aufbau durch Gasdruckfedern als das Thule Foothill.
Thule-Dachzelt kaufen: Was du beachten solltest
Kompatibilität prüfen: Thule-Zelte sind offiziell für Thule-Träger ausgelegt. Mit Universalklemmen lassen sie sich auch auf anderen Querträgern montieren, aber die einfachste und sicherste Montage ergibt sich natürlich mit dem passenden Thule-System.
Zubehör: Thule bietet Vorzelt-Aufsätze für Approach und Autana, Trägerverlängerungen für höhere Fahrzeuge und Spezialhalterungen. Das Ökosystem ist gut durchdacht.
Garantie und Service: Thule bietet 5 Jahre Garantie auf Konstruktionsmängel und ist im deutschen Markt mit einem dichten Händlernetz vertreten.
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